Blick zurück

Die Ursprünge der gesamten Idee liegen inzwischen zwanzig Jahre zurück. 1991 bekam ich das erste Tandem angeboten. Der Zustand war nahezu katastrophal, aber der Ehrgeiz packte mich und ich fuhr “rüber” (vorher fast undenkbar gewesen, musste ich in die ehemalige DDR fahren), um das Ding abzuholen. Natürlich war das eine ganz spannende Sache, aber leider war das Rad ständig kaputt und reparaturbedürftig. Ich habe viel Zeit, Energie und auch technisches Know-How in die Reparaturen stecken müssen und über einen längeren Zeitraum noch weitere Räder hinzugekauft. Der Spaß daran wuchs immer mehr, jedoch wurden auch die Auflagen für derartige Fahrzeuge zunehmend strenger.

So kam es, dass ich keine Zulassung für die Räder bekam und alle auf einmal verschrotten lassen habe.

Eine neue Idee ist geboren

Anfangs ein Hirngespenst, wuchs eine neue Idee in mir. Wo doch nun alle herkömmlichen Räder verschrottet waren und ich im Grunde wieder auf “Los” zurück musste, gab es im Grunde zwei Möglichkeiten: aufgeben oder aus dem Hirngespenst ein Fahrrad bauen. Wer das hier heute liest, weiß: ich entschied mich für das Hirngespenst. Aus dem Hirngespenst wurde ein erster Entwurf, eine greifbare Idee: ein Rad, auf dem mehrere Personen sich gegenüber sitzend fahren können. Die Idee wuchs weiter und aus einem Rad für mehrere Personen wurde ein Rad für mehrere Personen mit einer Theke drin. Jawoll! Das Theeken Trapp war geboren.

Das Theeken Trapp hat mich angefixt

Von heute aus betrachtet kann ich von mir fest und ehrlich behaupten: Das Theeken Trapp war für mich der wahre Startpunkt für den Hobby-Tandembau. Spannend dabei ist auch, dass meine Söhne dieses Interesse teilen und mir von Beginn an mit helfender Hand und Ideen zur Seite standen, was (auch das weiß ich heute) ihren beruflichen Werdegang nicht ganz unbeeinflusst lies. Mehr dazu hier.

Vom Theeken Trapp zum Circle Bike

Das Theeken Trapp ist nach wie vor eine tolle Sache. Die Tatsache, dass jedoch eigene Ansichten und auch allgemein gesellschaftliche Ansichten sich ändern, brachte mich an einen Punkt, an dem das Konzept überdacht und an die aktuellen Anforderungen angepasst werden will. Im Klartext hieß das also erstmal, dass ich vor etwa fünf Jahren den Kunden ans Herz legte,  den  Konsum von Alkohol während der Fahrt zu unterlassen und auch die Versorgung mit selbigem einstellte. Denn eins wissen wir (besonders heute) alle: Alkohol hat im Straßenverkehr nichts zu suchen!

Beflügelt von diesem Schritt war es nur logische Konsequenz meiner persönlichen Motivation zum Hobby-Tandembau, dass es an der Zeit war, etwas Neues auf die Leute los zu lassen. Diesen sportlichen Traum in Bordeaux-rot konnte ich nun mit dem Circle Bike, bei dem 7 Leute im Kreis sitzend auf dem Rad fahren können, erfüllen. Zwar verwandt mit dem Konzept unserer “Oldtimer” erweckt das Circle Bike schon allein von seiner äußeren Form einen weit aus sportlicheren, windschnittigeren Eindruck. Ein Schritt in die richtige Richtung, wie ich meine.

Der heutige Tag

Das ist der aktuelle Stand. Das Circle Bike stellt momentan das vorläufige Ende unserer Fahnenstange dar. Ich glaube jedoch, dass es, wie es mit allen Dingen ist, die man liebt, für die man sich engagiert, immer noch weiter gehen kann. Schließlich ist es vermutlich doch der oberste Wille eines Menschen, das Rad neu zu erfinden.